"Unsere Stadt - aktiv & bunt"
Boizenburg/ Elbe und Lübtheen

 

Die Stadt Boizenburg / Elbe hat in Kooperation mit der Stadt Lübtheen erfolgreich am

Interessenbekundungs- und Antragsverfahren für eine Beteiligung am Programmpunkt

„Entwicklung integrierter lokaler Strategien“ (Lokale Aktionspläne) im Rahmen des

Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN teilgenommen.

 

 

 

 

Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Handlungskonzepte zur Förderung von Demokratie und Toleranz. Sie richten sich gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. In Lokalen Aktionsplänen arbeiten die Kommune und lokale Akteure der Zivilgesellschaft eng zusammen und entwickeln Handlungsstrategien. Diese Konzepte werden gemeinsam mit engagierten Bürger/innen, Vereinen, Verbänden, Kirchen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen vor Ort im Rahmen von Einzelprojekten in die Praxis umgesetzt.

 

 

   Aufgaben und Ziele

 

Unter dem Schwerpunkt "Entwicklung Implementierung und Umsetzung integrierter lokaler Strategien" unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ die Entwicklung von Lokalen Aktionsplänen.

  

Die Stärkung von demokratischen Beteiligungs- und Gestaltungsspielräumen in Landkreisen und Kommunen sowie die Förderung eines aktiven Engagements gegen rechtsextreme Propaganda und fremdenfeindliche Aktivitäten.

 

►lokal/regional, aktivierend, planvoll

lauten dabei die Schlüsselbegriffe für einen erfolgreichen Lokalen Aktionsplan, auf denen die Überlegungen der Antragsteller gründen sollen. Denn weniger als um die Initiierung vielfältiger und bunter Aktivitäten rund um das Thema "Demokratie" soll es mit dem Lokalen Aktionsplan um eine Strategieentwicklung gehen, die in den jeweiligen Regionen gemeinwesenorientierte Prozesse anstößt, die auch nach einer ersten Förderung über das Bundesprogramm sichtbar bleiben und Spuren hinterlassen.

 

►bedarfsorientiert, vernetzend, nachhaltig

Der Entstehungsprozess hin zu einem arbeitsfähigen Konzept geht deshalb über einen klassischen Drei-Schritt:

1. Wo liegt das Problem?

2. Welche Aktivitäten gibt es bislang zu diesem Themenfeld, auf die aufgebaut werden kann?

3. Welche Ziele sollten mit Hilfe des Lokalen Aktionsplans darüber hinaus verfolgt werden?

 

Um hier möglichst viele lokale Erfahrungen und Kompetenzen einzubinden, sind die antragstellenden Behörden dazu aufgerufen, vielfältige gesellschaftliche Partner in den Entwicklungsprozess mit ein zu beziehen. Steht das Handlungskonzept, wird eine Lokale Koordinierungsstelle beauftragt, den weiteren Arbeitsprozess zu moderieren und die inhaltliche Fortschreibung der Strategie zu koordinieren. Die Lokale Koordinierungsstelle kann dabei direkt im Amt angesiedelt sein oder durch einen externen Träger besetzt werden. Unterstützt wird sie durch einen Begleitausschuss aus Partnern der Verwaltung und der Zivilgesellschaft.

 

►demokratisch, gemeinnützig, konkret

Der Begleitausschuss gilt als zentrales Steuerungs- und Entwicklungsgremium in der Umsetzung des Lokalen Aktionsplans. Gemeinsam entscheiden seine Mitglieder über die strategische Ausgestaltung des LAPs, legen Förderrichtlinien fest und beraten über die Anträge der Einzelvorhaben, die im Sinne der erarbeiteten Zielstellung gefördert werden sollen. Im Vordergrund steht hier die enge Verknüpfung von Projektziel und lokaler Problembeschreibung sowie die nachvollziehbare Einbindung in die verabredete Gesamtstrategie. Anträge auf Einzelprojekte können ausschließlich von gemeinnützigen Trägern und Vereinen gestellt werden.

 

  

Mögliche inhaltliche Ausgestaltung Lokaler Aktionspläne

 

Die inhaltliche Ausgestaltung der Lokalen Aktionspläne richtet sich nach den regionalen Erfordernissen.

Mögliche Schwerpunkte für die Maßnahmen eines Lokalen Aktionsplans können

sein:

 

►Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft

 

Eine lebendige und demokratische Bürgergesellschaft wird in erster Linie durch die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger geschaffen, die in ihr leben. Gerade in strukturschwachen Regionen ist zu beobachten, dass gesellschaftliche Gestaltungs-und Beteiligungsspielräume zunehmend von rechtsextremen Organisationen und Parteien besetzt werden. Es bedarf daher wirksamer Modelle und Methoden, die besonders auch jene Bürgerinnen und Bürger in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse einbinden, die über bisherige Beteiligungsangebote nicht erreichbar waren.

 

►Demokratie-und Toleranzerziehung

 

In einer durch Vielfalt und Migration geprägten Gesellschaft stellt sich die grundlegende Frage, wie das Miteinander leben gestaltet werden soll. Demokratieerziehung bietet die Gelegenheit, sich mit einem Demokratieverständnis auseinanderzusetzen, das Demokratie nicht nur als politische Herrschafts-, sondern auch als Lebens-und Gesellschaftsform begreift. Dabei stellt sie kritische Fragen nach dem Umgang mit Minderheiten und vermittelt jungen Menschen – gleich welcher Herkunft – die gemeinsamen Grundwerte dieser Gesellschaft. Das Wissen über die allen Menschen gleichberechtigt zustehenden Grundfreiheiten und Rechte sowie die Bereitschaft, diese anzuerkennen und zu verteidigen, stellen dabei wesentliche Voraussetzungen dar,

um in der Gesellschaft Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen zu können.

 

►Soziale Integration

 

Die unzureichende Ausbildungs-und Qualifizierungssituation sowie die Reduzierung von Angeboten der kommunalen Jugend-und Sozialarbeit führen gerade in strukturschwachen Regionen dazu, dass es Jugendlichen an Möglichkeiten der sozialen Integration mangelt. Extremisten und ihren Vorfeldorganisationen gelingt es zunehmend, Jugendliche auf dieser Ebene anzusprechen. Vor diesem Hintergrund bedarf es der verstärkten Förderung von Angeboten, die geeignet sind, Erfahrungen von Teilhabe und Beteiligung zu ermitteln und soziale Integration ermöglichen.

 

► Interkulturelles und interreligiöses Lernen/ Antirassistische Bildungsarbeit

 

Anerkennung und Toleranz sind in einer der von Vielfalt der Kulturen und Religionen geprägten Gesellschaft notwendig, um in Frieden miteinander zu leben. Daher ist es wichtig, Angebote interkulturellen und interreligiösen Lernens sowie zur antirassistischen Bildungsarbeit zu entwickeln und den interreligiösen Austausch zu fördern. Solche Maßnahmen ermöglichen Kontakte und Kommunikation „auf gleicher Augenhöhe“ und helfen, Erfahrungen und Perspektiven reflektieren und einordnen zu können.

 

►Kulturelle und geschichtliche Identität

 

Nach wie vor gehören Verweise auf historische „Tatbestände“ zum Kernbestand extremer Ideologien und fremdenfeindlicher Argumentationen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, angemessene Angebote zu entwickeln und umzusetzen.

 

►Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen bei jungen Menschen

 

Eine Verstärkung der Einbeziehung rechtextremistisch gefährdeter und/ oder orientierter Jugendlicher in die präventive Arbeit erscheint vor dem Hintergrund der zunehmenden Erfolge rechtsextremer Organisationen bei der Ansprache von Jugendlichen dringend geboten.

 

 

Vier Phasen eines Lokalen Aktionsplans

 

 

1. Entwicklung des LAP im Jahr 2011
2. Implementierung des LAP im Jahr 2012
3. Fortschreibung und Umsetzung des LAP im Jahr 2013

4. erweiterte Phase der Fortschreibung und Umsetzung des LAP im Jahr 2014

5. Sicherung der Nachhaltigkeit ab 2015

 

 

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