"Unsere Stadt - aktiv & bunt"
Boizenburg/ Elbe und Lübtheen

 

 

Vier Stufen eines Lokalen Aktionsplans 

 

1. Stufe: Entwicklung

  

► Analyse der gegenwärtigen Situation bzgl. Rechtsextremismus, Fremdenfeind-lichkeit und Antisemitismus (Situationsanalyse über Strukturen und Erscheinungsformen in der Kommune / im Landkreis), 

► Bestandsaufnahme von Konzepten und Maßnahmen im Umgang mit diesen Problembereichen (Ressourcenanalyse der bestehenden Angebote und Vernetzungen), 

► Systematisierung und Auswertung der Ergebnisse der Situation- und Ressourcenanalyse einschließlich einer fachlichen Einschätzung der bisherigen Maßnahmen und Aktivitäten, 

► Organisation von partizipativen, demokratischen Entscheidungsstrukturen 

► Aktivierung kommunaler und zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure und Akteursgruppen vor Ort und Schaffung nachhaltiger Beteiligungsstrukturen, 

► Entwicklung einer partizipativen, demokratiefördernden Handlungsstrategie (Ebenen: Ziele / Handlungskonzepte / Projektideen) 

► Erstellung eines Lokalen Aktionsplans zur Demokratieentwicklung und Stärkung der Zivilgesellschaft.

► Voraussetzung für die Entwicklung des Lokalen Aktionsplans ist die Festlegung eines verantwortlichen (federführenden) Amtes. Sollte für die Kommune / den Landkreis noch kein Ämternetzwerk bestehen, auf das zurückgegriffen werden kann, ist die Einrichtung eines solchen in dieser Phase von wesentlicher Bedeutung.

► Die Einbeziehung von interessierten Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft ist unbedingt erforderlich.

► Der Prozess der Entwicklung des Lokalen Aktionsplans (Richtwert ca. 5 Monate) wird intensiv durch einen externen Coach begleitet. 

 

  2. Stufe: Implementierung

 

Nach Erstellung des Lokalen Aktionsplans durch die beteiligten Akteurinnen und Akteure muss dieser in den politischen Raum eingebracht werden. Der Lokale Aktionsplan wird in verschiedenen, für die Handlungsfelder relevanten Ausschüssen und ggf. im Stadtrat bzw. Kreistag diskutiert und verabschiedet. Nach der Verabschiedung des Lokalen Aktionsplans stehen folgende Maßnahmen im Mittelpunkt der Aktivitäten:  

► Einrichtung einer lokalen Koordinierungsstelle im federführenden Amt 

► Aufruf/e zur Einreichung von Einzelprojekten 

► Installierung eines Begleitausschusses 

► Entwicklung eines Bewertungs- und Auswahlverfahrens 

► Treffen von Auswahlentscheidungen zu den Einzelprojekten und deren Dokumentation durch den Begleitausschuss, 

► Bewilligung von Einzelprojekten durch Erlass von Zuwendungsbescheiden durch das federführende Amt 

► Umsetzung von Einzelprojekten 

► Entwicklung und Aufbau des Netzwerkes unter Beteiligung von kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteur(inn)en und Akteursgruppen 

► Beginn einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit 

► Erste Auswertungsphase – Selbstevaluation mit der Überprüfung der Zielstellungen, Handlungsfelder und der Einzelprojekte des Lokalen Aktionsplans 

► Teilnahme am Programmmonitoring und Zusammenarbeit mit dem/der exter-nen Evaluator/-in des Programmbereichs „Entwicklung integrierter lokaler Strategien (Lokale Aktionspläne)“ sowie der wissenschaftlichen Begleitung des Bundesprogramms 

► Berichterstattung gegenüber den Beteiligten und der (Fach-)Öffentlichkeit

► Der Prozess der Implementierung des Lokalen Aktionsplans wird durch einen externen Coach begleitet.

 


3. Fortschreibung und Umsetzung

 

In der Phase der  Fortschreibung werden folgende Punkte hinterfragt, aktualisiert und ggfs. neu  definiert: 

 

► die Problemlage vor Ort,  

► der Stand und die Entwicklung des Lokalen Aktionsplans,  

► die Ausrichtung/Ziele des Lokalen Aktionsplans,  

► das Handlungskonzept,  

► die Ansiedlung und Arbeitsansätze der Einzelprojekte,  

► die Ansiedlung und Ausstattung der Lokalen Koordinierungsstelle und die Tätigkeitsbereiche der Koordinator/innen,  

► die Zusammensetzung und Tätigkeitsbereiche des Ämternetzwerkes und des Begleitausschusses,  

► die Sicherung der Nachhaltigkeit des Lokalen Aktionsplans, unter Berücksichtigung vorhandener und/oder geplanter kommunaler und/oder regionaler Ent-wicklungskonzepte. 

 

Umsetzung:

Die Umsetzung eines Lokalen Aktionsplans geschieht auf der Basis der partizipativ entwickelten Handlungsstrategie, den geschaffenen Beteiligungsstrukturen und der zwingend notwendigen Qualitätssicherung. Im Rahmen der Umsetzung stehen die folgenden Maßnahmen im Mittelpunkt:

                     

► Weiterentwicklung der partizipativ entwickelten Handlungsstrategie mit den Ebenen (Ziele/ Handlungskonzepte/ Projektideen),  

► Aktivierung und Optimierung der Arbeit des Ämternetzwerkes,  

► Qualifizierung des Begleitausschusses zu einem strategisch handelnden Gremium, 

► Anwendung von Strategien und Methoden zur aktiven Einbindung von lokalen einflussreichen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure / Akteursgruppen sowie Bürgerinnen und Bürgern,  

► Qualifizierung der lokalen Koordinierungsstelle im Bereich des Projektmanagements,  

► gezielte Weiterentwicklung von strategisch angelegten Projekten, 

► aktive Projektinitiierung,  

► Weiterentwicklung von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und zur Qualitätssicherung.

 


4. Sicherung der Nachhaltigkeit

 

Ziel und permanente Aufgabe eines Lokalen Aktionsplans muss sein, die integrierte, lokale Strategie nachhaltig in der   Kommune zu verankern.

Dabei lassen sich zwei Zeithorizonte unterscheiden:                           

► Zeitpunkte/Planungen, die über das Bundesprogramm hinausweisen;

► Handlungen und Maßnahmen während der Programmlaufzeit, die einen von der Programmlaufzeit unabhängigen Bestand des Lokalen Aktionsplans und seiner Ziele sichern sollen.

 

Dazu gehören:          

► die intensive Vernetzungen und Koordinierungen zwischen den Verwaltungen,

► die Einbindung der Ziele und Schwerpunkte des Lokalen Aktionsplans in kommunale und/ oder regionale Entwicklungskonzepte,  

► die zielorientierte Zusammenarbeit mit der örtlichen Zivilgesellschaft,

► die zielorientierte Qualifizierung der handelnden Akteurinnen und Akteure,

► öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades, der Ziele und Projekte des Lokalen Aktionsplans,

 die langfristige Einwerbung von privaten und öffentlichen Mitteln und ein intensives Controlling durch die Koordinierungsstelle zur besseren Einbindung der Einzelprojekte in die Gesamtstrategie des Lokalen Aktionsplans. 

 

 

 

Quelle: Programmleitlinie Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN KOMPETENZ STÄRKEN"